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Warum Stützstrümpfe in der Schwangerschaft? 

Vielen Schwangeren werden in der Schwangerschaft Stützstrümpfe empfohlen - und das hat einen guten Grund: Gerade in der Schwangerschaft brauchen Ihre Beine besondere Aufmerksamkeit. Im Folgenden erklären wir Ihnen, warum. Zudem finden Sie hier weitere Infos, wie Sie Beinprobleme in der Schwangerschaft vermeiden können.

Olle Kamellen, wissen Sie alles schon? Dann geht's hier direkt zu den Stützstrumpfhosen und Stützstrümpfen für Schwangere.

Was passiert mit den Beinen in der Schwangerschaft?

Wenn Sie schwanger sind, erhöht sich in Ihrem Körper der Serumspiegel des Hormons Gestagen. Gestagene sind in der Schwangerschaft wichtig, Sie schützen z.B. unter anderem das befruchtete Ei. Ein Effekt von Gestagen ist zudem, dass sich das Bindegewebe lockert. Sinnvoll für die Schwangerschaft, aber leider nicht so toll für schöne Beine.

Das zu den Gestagenen gehörende ”Schwangerschaftshormon” Progesteron (Gelbkörperhormon) erweitert zudem die Venen und dadurch, dass das Baby in der Gebärmutter wächst und schwerer wird, wächst auch der Druck auf die untere Hohlvene und damit auf die Beinvenen, was ebenfalls zu einer Weitung der Beinvenen führt. Das ist insofern ungünstig, da die Venenklappen, die den Rückfluss des Blutes zum Herzen regeln, nicht mehr gut schließen können, wenn die Venen zu stark geweitet sind. 

Man muss sich das so vorstellen: Wenn das Blut vom Bein hinauf Richtung Herz fließt, fließt es vorbei an den Venenklappen. Diese Venenklappen funktionieren wie eine kleine Schwingtür, die nur in eine Richtung geöffnet werden kann. Dadurch wird verhindert, dass das Blut durch die Schwerkraft wieder ins Bein zurückfließt, statt nach oben zum Herzen. Sind die Venen in der Schwangerschaft zu stark geweitet, schließen die Venenklappen nicht mehr richtig, so dass wieder Blut ins Bein zurück fließen kann. Dort, wo sich das Blut dann staut, können Krampfadern entstehen. 

Eine andere Folge der Veränderungen durch die Gestagene kann die Einlagerung von Wasser in den Beinen sein (Ödeme). Sind die Venen nicht ganz stark geweitet, kann es zu leicht hervorstehenden, geschwollenen Venen oder abends - nach längerem Stehen oder Sitzen - zu müden, schweren oder schmerzenden Beinen  haben. Auch nicht angenehm.

Dem sollte also vorgebeugt werden! Denn leider können Ödeme Schmerzen verursachen. Und Krampfadern sehen nicht nur doof aus, sondern sie sind auch medizinisch betrachtet nicht wünschenswert, da sie z.B. bei starker Belastung (u.a. Langstreckenflügen, häufiges langes Stehen oder Sitzen) die Gefahr einer Thrombose oder von Blutgerinnseln erhöhen.

Das Thromboserisiko ist zwar während der Schwangerschaft selbst besonders gering, jedoch nach der Entbindung steigt das Risiko – vor allem nach Kaiserschnitten, starken Blutverlusten und wenn richtige Krampfadern vorhanden sind. Deshalb kann auch dann noch das Tragen von Stützstrümpfen empfehlenswert sein, klären Sie das am besten kurz beim Arzt ab.


Wie helfen Stützstrümpfe in der Schwangerschaft?

Stützstrümpfe unterstützen die Durchblutung der Beine in der Schwangerschaft. Sie drücken die Beine an genau den richtigen Stellen so zusammen, dass die Venen nicht mehr zu weit sind und das Blut sich also nicht in den Füßen oder im Bein sammelt, sondern schnell und einfach durch die Venenklappen gelangt und nicht mehr zurückfließt, sondern schnell wieder den Weg zum Herzen zurück findet.

Darüber hinaus entlasten Stützstrümpfe in der Schwangerschaft Ihre Beine und wirken zudem vorbeugend gegen müde, schwere Beine. Zum Entlasten sind vor allem Stützstrumpfhosen für Schwangere sehr gut geeignet.

Wichtig: Für eine optimale Wirkung sollten Sie die Stützstrümpfe, soweit nicht anders verordnet, regelmäßig und den ganzen Tag lang tragen. Vom Aufstehen bis zum Schlafengehen – jedoch nicht in der Nacht.


Ab wann Stützstrümpfe in der Schwangerschaft?

Es gibt keinen allgemeinen Richtwert, ab wann, also ab welchem Monat, Schwangere Stützstrümpfe haben sollten. Das ist individuell verschieden. Folgendes wird jedoch empfohlen:
  • Wenn Sie unter schwachem Bindegewebe leiden, sollten Sie von Anfang an Stützstrümpfe tragen. Denn wenn sich Ihr Gewicht in der Schwangerschaft erhöht, werden Ihre Beine einfach stärker belastet und das wirkt sich dann auf Ihr Bindegewebe aus. 
  • Gleiches gilt, wenn Sie bereits Krampfadern haben.
  • Sobald Sie bei sich eine Vorstufe von Krampfadern entdecken, also bei leicht hervorstehenden, geschwollenen Venen oder wenn Sie nach längerem Stehen oder Sitzen bzw. abends müde, schwere oder schmerzende Beine haben, sollten Sie ebenfalls sofort beginnen Stützstrümpfe zu tragen.
  • Wenn jemand in Ihrer Familie (z.B. Mutter, Vater) Krampfadern hat, sollten Sie möglichst ab Beginn der Schwangerschaft Stützstrümpfe tragen, jedoch spätestens wenn der Bauch wirklich merkbar anfängt zu wachsen und schwerer zu werden. 
  • Wenn Sie eine Reise unternehmen möchten, z.B. eine Bus- oder Flugreise oder eine längere Auto- oder Bahnfahrt, dann sollten Sie am Reisetag ab morgens Stützstrümpfe tragen.
  • Wenn Sie feststellen, dass Sie abends, nach langem Stehen oder Sitzen oder einfach generell müde, schmerzende oder geschwollene Beine bekommen, können Stützstrümpfe, die Sie ab morgens tragen, Entlastung bieten.
  • Auch wenn Sie keines der genannten Probleme nicht haben, können Sie in den späteren Monaten Ihrer Schwangerschaft mal testen, Stützstrümpfe zu tragen. Vielen Schwangeren bieten die Stützstrümpfe vor allem als Stützstrumpfhosen dann eine angenehme Entlastung des zusätzlich Gewichts.
Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme und halten Sie sich bitte immer genau an die Empfehlungen, die Sie dort bekommen. Der Rat Ihres Arztes oder Ihrer Hebamme ist immer am wichtigsten! 


Kann ich Stützstrümpfe in der Schwangerschaft einfach so anwenden?

Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie bitte unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme! Das empfehlen wir ohnehin vor dem ersten Anwenden von Stützstrümpfen. Bitte prüfen Sie zudem, ob Sie überhaupt generell Stützstrümpfe anwenden dürfen

Gesunde Menschen, die auch keine starken Krampfadern haben, können Stützstrümpfe mit leichter Kompression oder bis maximal Kompressionsklasse 1 (bei stärkerer Belastung, z.B. Flugreise, viel stehen oder sitzen) jedoch normalerweise bedenkenlos tragen!


Was kann ich noch gegen Krampfadern und Flüssigkeitseinlagerungen in der Schwangerschaft tun?

Durch frühzeitiges Tragen von Stützstrümpfen für Schwangere (vor allem im Sommer!) in Kombination mit den folgenden Maßnahmen können Sie in den meisten Fällen Venenprobleme in der Schwangerschaft verhindern: 
  • Ausreichend viel trinken, am besten Wasser.
  • Beim Sitzen nicht die Beine übereinanderschlagen.
  • Immer mal die Beine hochlegen - oder noch besser sich ganz hinlegen. Das erleichtert Ihren Venenklappen die Arbeit, das Blut fließt leichter ab.
  • Nicht zu lange an einem Stück sitzen oder stehen, sondern zwischendurch immer mal wieder ein bisschen rumlaufen.
  • Zwischendurch ein bisschen Gymnastik, z.B. auf den Rücken legen und mit den Beinen in der Luft Fahrrad fahren. Bürotauglichere Alternative und einfacher in den späteren Schwangerschaftsmonaten: Bein ausstrecken (aber nicht durchdrücken!) und versuchen, die Fußspitze leicht in Richtung Schienbein zu ziehen. Mehrfach wiederholen. Ebenfalls einfach und überall möglich: Die Zehen wie "zur Faust" ballen, locker lassen. Mehrfach wiederholen. 
  • Wechselbäder (immer mit kaltem Wasser enden!).
  • Schwimmen gehen.
  • In den ersten Monaten gerne auch Fahrrad fahren, wenn nichts dagegen spricht.
  • Wärmeeinwirkung auf die Beine vermeiden, z.B. mit den Beinen nicht in die pralle Sonne legen.
  • Weite Hosen oder Röcke tragen, die die Beine nicht einschnüren.
  • Nicht schwer heben.
  • Auf Flügen eine Kompressionsklasse höher wählen (nehmen Sie bitte vorher Rücksprache mit Arzt oder Hebamme!).
  • Natürlich nicht rauchen, Koffein meiden etc. – aber das ist in der Schwangerschaft ja ohnehin gefordert! 
Bei starker familiärer Vorbelastung kann es jedoch leider trotz Stützstrümpfen etc. zu Krampfadern in der Schwangerschaft kommen. Sie sollten sich aber trotzdem an die o.g. Tipps halten und auch gerade dann Stützstrümpfe tragen: So können Sie verhindern, dass es zu viele oder zu starke werden, und sorgen Ödemen, Blutgerinnseln und Thrombosen vor.

Gehen Krampfadern aus der Schwangerschaft danach wieder weg? 

Warten Sie erstmal bis nach der Schwangerschaft. Oft stellt sich heraus, dass Ihre hervortretenden Venen einfach nur geschwollene Venen waren und keine Krampfadern und die geschwollenen Venen bilden sich wieder zurück.

Haben Sie jedoch richtige Krampfadern in der Schwangerschaft bekommen, dann gehen die leider nach der Schwangerschaft nicht einfach so wieder weg, wenn man sie nicht wegoperiert oder verödet - und das geht erst einige Monate nach der Schwangerschaft.

Deshalb ist es also ganz besonders wichtig, dass Sie in der Schwangerschaft rechtzeitig vorsorgen und verhindern, dass Sie überhaupt welche bekommen. Tragen Sie früh, lange genug und oft genug Stützstrümpfe während der Schwangerschaft, dann haben Sie höchstwahrscheinlich auch danach noch gesunde, schöne Beine!

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Welche Form - Stützstrümpfe oder Stützstrumpfhose für Schwangere?

Wenn Ihr Arzt oder Ihre Hebamme Ihnen nicht ein bestimmte Form empfohlen hat, finden Sie hier Tipps zur Wahl der Form.
Halterlose Stützstrümpfe können von Schwangeren als angenehm empfunden werden, weil:
  • Man zu besonderen Anlässen vielleicht mal etwas anderes als Strumpfhosen tragen möchte.
  • Man halterlose Stützstrümpfe auch nach der Schwangerschaft noch anwenden kann (sofern der Gewichtsunterschied nicht stark ist).
  • Sich manche Schwangere in Stützstrumpfhosen zu "eingesperrt" fühlen.
  • Es damit einfacher ist, zur Toilette zu gehen, wenn sie oft Hosen tragen.
Stützkniestrümpfe reichen in der Schwangerschaft eventuell aus, wenn:
  • Noch keine Krampfadern vorhanden sind und keine Spannungsgefühle, Schwellungen, hervortretenden Adern etc. ums oder oberhalb des Knies auftreten.
  • Keine Reise angetreten werden soll.
Stützstrumpfhosen sind in der Schwangerschaft meist geeignet, wenn:
  • Die Beine bis ganz hinauf gestützt werden sollen, z.B. um auch am Oberschenkel Krampfadern oder Unebenheiten durch Wassereinlagerungen zu vermeiden und um den Beinen und dem Bauch ein Extra an Entlastung zu bieten. 
  • Man auf Nummer sicher gehen will, weil man z.B. einen kurzen Rock trägt. 
  • Man sich besonders warm und geschützt fühlen möchte.

 

Welche Kompressionsklasse bei Stützstrümpfen für Schwangere?

Generelle Informationen zur Wahl der Kompressionsklasse finden Sie in unserem Kompressionsklassen Ratgeber:

  • Schwangerschaftsstrumpfhosen mit leichter Kompression 
    Stützstrumpfhosen mit leichter Kompression helfen Schwangeren z.B. bei frühen Anzeichen von geschwollenen Beinen und ersten Krampfäderchen. Sie können Problemen wie Flüssigkeitseinlagerungen und Krampfadern vorbeugen und bieten den Beinen Entlastung vom Gewicht des Bauches.
  • Schwangerschaftsstrumpfhosen Kompressionsklasse 1
    Stützstrumpfhosen mit mittlerer Kompression für Schwangere eignen sich bei stärker geschwollenen Beinen. Sie helfen bei geschwollenen, schmerzenden oder müden Beinen und schützern vor der Entstehung weiterer und stärkerer Krampfadern in der Schwangerschaft.
  • Stützstrümpfe für Schwangere Kompressionsklasse 2
    Stützstrümpfe Kompressionsklasse 2 dürfen Schwangere nur nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden! In Kompressionsklasse 2 führen wir keine Schangerschaftsstrumpfhosen, Sie können aber auch als Schwangere halterlose Stützstrümpfe tragen, wenn medizinisch nichts dagegen spricht. 

Tipp: Ihr Arzt oder Ihre Hebamme kann Ihnen ganz genau sagen, welche Kompression Sie in Ihrer Schwangerschaft benötigen, fragen Sie einfach dort nach.

Unsicher bei der Größe? Weitere Fragen zu den Stützstrümpfen für Schwangere?

Wenn Sie schwanger sind und Beratung bei der Wahl Ihrer Stützstrümpfe oder Schwangerschaftsstrumpfhosen wünschen, Hilfe bei der Wahl Ihrer Größe brauchen oder andere Fragen zu Ihrer Bestellung haben, sind wir jederzeit gerne für Sie da! Mailen Sie einfach an info@butik21.de. Werktags antworten wir normalerweise spätestens binnen 24 Stunden. Wir beraten Sie auch gerne zu Schwangerschaftsgürteln ("Belly Belts").

Der ärztliche Rat hat natürlich oberste Priorität! Wir sind keine Ärzte. Obwohl wir Erfahrung haben und uns natürlich stets um Genauigkeit und Vollständigkeit bemühen, kann es in diesem wie in alleren anderen unseren Texten also trotzdem zu Fehlern und Unvollständigkeiten gekommen sein. Dafür übernehmen wir keine Haftung.