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Was ist der Unterschied zwischen Stützstrümpfen und Kompressionsstrümpfen?

Stützstrümpfe und Kompressionsstrümpfe unterscheiden sich in einigen wesentlichen Punkten – auch wenn sie umgangssprachlich oft „in einen Topf geworfen“ werden. 

Gemeinsam ist beiden Strumpfarten, dass es spezielle Strümpfe mit Kompression (Druck) sind, die die Venen komprimieren (kontrolliert zusammendrücken) mit dem Ziel, dass das Blut einfach wieder aus den Füssen durch das Bein und zurück zum Herzen fließen kann. Im Gegensatz zu Antithrombosestrümpfen sowohl Stützstrümpfe als auch Kompressionsstrümpfe für Patienten gedacht, die sich bewegen können.

Die Unterschiede zwischen Stützstrümpfen und Kompressionsstrümpfen liegen einerseits bei der Verarbeitung: Kompressionsstrümpfe sind nicht nur teurer, sondern auch anders verarbeitet als Stützstrümpfe. Das Gestrick ist dicker und somit haltbarer. Kompressionsstrümpfe verfügen über eine festgelegte graduelle Kompression. Das bedeutet, dass die Kompression mit der Länge des Kompressionsstrumpfes nach oben hin abnimmt. Im Gegensatz dazu muss ein Stützstrumpf bei der Kompression nicht zwingend dieser Norm folgen.

Vor allem aber unterscheiden sich Stützstrümpfe von Kompressionsstrümpfen durch die Wirkung und damit die Anwendung/Indikation. Stark vereinfacht kann man sagen: Stützstrümpfe dienen der Vorbeugung, Kompressionsstrümpfe der Behandlung.

Das waren die wichtigsten Unterschiede in aller Kürze.

Sie wollen noch mehr Infos? Wir erklären Ihnen im Folgenden ausführlich, wie sich Stützstrümpfe und Kompressionsstrümpfe in den 8 wichtigsten Punkten unterscheiden:

Stützstrümpfe im Detail

1. Anwendungsgebiete – für wen? Im Unterschied zu Kompressionsstrümpfen sind Stützstrümpfe für Menschen mit gesunden Venen:

  • Auf längeren Reisen mit Flugzeug, Auto, Bus oder Zug zur Thromboseprophylaxe (nach nur 4 - 5 Stunden steigt ohne Stützstrümpfe die Gefahr, dass Sie eine Thrombose bekommen!)
  • In der Schwangerschaft zur Unterstützung der Venen und Entlastung der Beine.
  • Im Beruf und allgemein im Alltag, falls Sie viel oder lange an einem Stück stehen oder sitzen.
  • Bei Hobbies und Sportarten wie Angeln, Schach spielen etc. – d.h. wenn Sie ihre Beine länger nicht bewegen.
  • Im Alltag, falls Sie erblich vorbelastet sind (starke Krampfadern oder Thrombosen in der Familie).

Stützstrümpfe sind gut geeignet als Einstieg, wenn Sie bisher noch keine Strümpfe mit Kompression hatten. Lesen Sie hier mehr zum Thema Stützstrümpfe – warum und für wen. 

2. Wirkung: Stützstrümpfe sind ein bewährtes Mittel gegen müde, schwere, schmerzende Beine, z.B. wenn Sie im Berufsalltag, auf Messen, auf Reisen oder zu Hause viel und lange stehen oder sitzen müssen sowie in der Schwangerschaft. Stützstrümpfe entlasten die Venen und beugen der Entstehung von Krampfadern und Thrombosen vor. 

3. Kompression: Bei Stützstrümpfen ist der Druck (Kompression) meist geringer als bei Kompressionsstrümpfen. Im Unterschied zu Kompressionsstrümpfen ist bei Stützstrümpfen zudem der Druckverlauf und die Einordnung der jeweiligen Kompressionsklasse nicht europaweit normiert. Deshalb finden Sie bei allen unseren Stützstrümpfen immer eine genau Angabe zum Druck am Knöchel des jeweiligen Artikels (=Kompression in mmHg). So wissen Sie genau, welche Leistung welcher Stützstrumpf hat.

Wir führen 2 bzw. 3 Kompressionsklassen (Stützklassen) für Stützstrümpfe. Lesen Sie hier mehr zu den unterschiedlichen Kompressionsklassen bei Stützstrümpfen und Kompressionsstrümpfen.

Da Stützstrümpfe also im Unterschied zu Kompressionsstrümpfen nicht so kontrolliert werden, gibt es bei den einzelnen Anbietern sehr große Qualitätsunterschiede in Sachen Kompression: Nur hochwertige Stützstrümpfe bieten einen graduellen Druckverlauf. D.h. wie bei Kompressionsstrümpfen auch ist dann die Kompression vom Knöchel aus aufwärts abnehmend.

Bei uns sind Sie jedoch immer auf der sicheren Seite: Alle unsere Stützstrümpfe haben sehr hohe Standards und deshalb auch immer den graduell abnehmenden Druckverlauf!

4. Formen: Es gibt knielange Stützstrümpfe, Stützstrümpfe bis zum Oberschenkel und Stützstrumpfhosen. Stützstrümpfe mit geschlossener oder mit offener Spitze oder gar mit oder ohne Fuß sowie spezielle Stützstrumpfhosen für Schwangere (mehr Infos zu den verschiedenen Formen bei Stützstrümpfen).

5. Machart: Stützstrümpfe sind immer rundgestrickt. Das bedeutet, sie werden bei der Herstellung in Runden gestrickt (also nicht als flaches Strickstück,  und dann hinten zusammengenäht).

6. Anpassung: Unsere Stützstrümpfe haben hohe Standards, deshalb sind sie bei unsern Stützstrümpfen nicht nur Ihre Schuhgröße ausschlaggebend, sondern auch der Beinumfang, damit eine optimale Stützwirkung für genau Ihr Bein erreicht wird. Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Bein selbst ausmessen und so Ihre Größe bei Kompressionsstrümpfen selbst bestimmen können.

7. Haltbarkeit: Im Unterschied zu Kompressionsstrümpfen halten Stützstrümpfe, wenn Sie sich an alle Pflegetipps halten, im Durchschnitt normalerweise ca. 90 Wäschen. 

8. Kosten: Stützstrümpfe zahlen die Krankenkassen nicht, dafür sind sie häufig deutlich kostengünstiger als Kompressionsstrümpfe. Sie zahlen für unsere Stützstrümpfe meist nicht mehr, als sie bei Kompressionsstrümpfen selbst dazuzahlen würden.

 

Medizinische Kompressionsstrümpfe im Detail

1. Für wen? – Anwendung: Im Unterschied zu Stützstrümpfen werden medizinische Kompressionsstrümpfe angewendet, wenn bereits Probleme mit den Venen oder dem Lymphsystem bestehen. Sie werden beispielsweise empfohlen nach chirurgischen Eingriffen, bei Krampfadern, Thrombophlebitis (Venenentzündung), Thrombosen oder Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen und bei einigen Unterschenkelgeschwüren. Man kann also sagen, Kompressionsstrümpfe werden zur Behandlung angewendet - im Unterschied zu Stützstrümpfen, die der Vorbeugung dienen. Lesen Sie hier mehr zum Thema Kompressionsstrümpfe – warum und für wen. 

2. Wirkung: Kompressionsstrümpfe helfen gegen müde, schwere, schmerzende Beine, z.B. wenn Sie viel stehen oder sitzen müssen oder wenn Ihre Beine im Sommer durch die Hitze anschwellen. Kompressionsstrümpfe entlasten die Venen, helfen bei Lympfhödemen und Phlebitis und beugen der Entstehung von (neuen) Krampfadern und Thrombose sowie und der Verschlimmerung bestehender Krampfadern vor.

3. Kompression:  Medizinische Kompressionsstrümpfe unterscheiden sich von Stützstrümpfen u.a. dadurch, dass sie aus dickerem Garn bestehen und mit einem anderen Herstellungsprozess gefertigt werden. Das Resultat sind medizinische Kompressionsstrümpfe mit länger anhaltender Kompressionsfähigkeit. 

Medizinische Kompressionsstrümpfe gibt es in bis zu 4 Kompressionsklassen, abgekürzt CCL (lesen Sie mehr zu den Kompressionsklassen und wie sie sich unterscheiden). Je nach Schwere der Probleme, entscheidet Ihr Arzt, welche Kompressionsklasse Sie wählen sollten. Die Kompressionsklassen sind genau definiert und in der ganzen EU (inkl. Norwegen, Schweiz) standardisiert. Diese Norm beinhaltet nicht nur genaue Vorgaben für die Kompressionsklassen, sondern auch die Vorgabe, dass der Druck vom Knöchel aufwärts nach oben hin stufenlos graduell abnehmen muss. Lesen Sie hier mehr zu den Kompressionsklassen.

Alle unsere medizinischen Kompressionsstrümpfe erfüllen die europäischen Kompressionsstandards. 

4. Formen: Genau wie bei Stützstrümpfen auch gibt es bei Kompressionsstrümpfen verschiedene Formen. Knielange Kompressionsstrümpfe, halterlose Kompressionsstrümpfe bis zum Oberschenkel und Kompressionsstrumpfhosen oder auch Kompressionsstrümpfe mit geschlossener oder mit offener Spitze, mit oder ohne Fuß sowie spezielle Kompressionsstrumpfhosen für Schwangere (mehr Infos zu den verschiedenen Formen bei Kompressionsstrümpfen).

5. Machart: Medizinische Kompressionsstrümpfe müssen laut Vorschrift immer Zweizugqualität haben, sie sind also sowohl längs- als auch querelastisch. Von der Herstellung abgeleitet gibt es zwei unterschiedliche Typen Kompressionsstrümpfe: rundgestrickte und flachgestrickte (lesen Sie mehr zum Unterschied zwischen flachgestrickten und rundgestrickte Kompressionsstrümpfen).

Da flachgestrickte Kompressionsstrümpfe bisher zu selten nachgefragt wurden, führen wir nur die normalerweise verschriebenen rundgestrickten Kompressionsstrümpfe. Wenn Sie jedoch auch flachgestrickte Kompressionsstrümpfe kaufen möchten, posten Sie das oder mailen Sie uns. Erhalten wir genügend Anfragen nach flachgestrickten Kompressionsstrümpfen, nehmen wir sie ins Sortiment.

6. Anpassung: Um die Größe für Ihre Kompressionsstrümpfe zu bestimmen, muss das Bein genau ausgemessen werden. Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Bein selbst ausmessen und so Ihre Größe bei Kompressionsstrümpfen selbst bestimmen können.

7. Haltbarkeit: Im Unterschied zu Stützstrümpfen halten Kompressionsstrümpfe, wenn Sie sich an alle Pflegetipps halten, im Durchschnitt normalerweise ca. 180 Wäschen.

8. Kosten: Medizinische Kompressionsstrümpfe (Unterschied zu Stützstrümpfen!) vom Arzt verschrieben werden. Die eigene Zuzahlung für Kompressionsstrümpfe liegt meist bei 20%, wenn der Patient nicht befreit ist. In der Regel darf maximal alle 6 Monate ein neues Paar Kompressionsstrümpfe verschrieben werden. Nur beim allerersten Mal, wenn Sie ganz neu medizinische Kompressionsstrümpfe benötigen, kann es sein, dass Sie gleich 2 Paar verschrieben bekommen.